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Alles rund um Bio-LNG

Die Alternative im Schwerlastverkehr – Herstellung & Vorteile

Mobilität

Zukunft

Mann mit Weste betankt LKW.
Verfasst am 06. November 2024 Lesezeit: 4 min

Inhalt

Bio-LNG für den Schwerlastverkehr: Herstellung, Einsatz und CO₂-Minderung 

Die Abkürzung Bio-LNG steht für biogenes Liquified Natural Gas. Es handelt sich um einen flüssigen Kraftstoff, der aus Biomethan gewonnen wird. Bio deshalb, weil das Gas durch die Vergärung organischer Abfälle – zum Beispiel landwirtschaftliche Reststoffe (u.a. Gülle, Mist), Lebensmittelabfälle, Klärschlamm und andere biologisch abbaubare Materialien – entsteht. Bei der Verbrennung wird zuvor biogen gebundenes CO₂ wieder freigesetzt. Da der Kohlenstoff des Biomethans biogenen Ursprungs ist, kann Bio-LNG – abhängig von Rohstoff und Herstellungsweg – über die betrachtete Wertschöpfungskette relevant geringere Treibhausgasemissionen als fossiler Diesel verursachen. 

LNG vs. Bio-LNG: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Klassisches LNG ist verflüssigtes Erdgas und zählt damit zu den fossilen Brennstoffen. Da es im Vergleich zu Diesel und Öl weniger Kohlendioxid freisetzt, stellt bereits LNG eine Kraftstoffalternative im Straßengüter- und Schiffsverkehr dar. Bio-LNG ist verflüssigtes Biogas, mit dem sich die Umstellung und Modernisierung der eigenen Flotte realisieren lässt. Denn statt aus herkömmlichem Erdgas wird Bio-LNG aus Biomethan hergestellt, einem Gas biogenen Ursprungs.
Bio-LNG ist sozusagen die Variante von LNG. Beide sind in ihrer Beschaffenheit identisch und besitzen dieselben technischen Eigenschaften. 

Herstellung und Transport von Bio-LNG

Die Herstellung von Bio-LNG ähnelt der Produktion von herkömmlichem LNG: Aufbereitung, Verflüssigung mithilfe von Druck und Kälte, Transport. Folgende Schritte fallen im Einzelnen an:

  • Bio-LNG entsteht durch die Vergärung von organischen Abfällen. Zunächst werden daher Mist, Gülle und andere biogene Rest- und Abfallstoffe gesammelt und zur weiteren Aufbereitung in spezielle Biogasanlagen gebracht.

  • In der Biogasanlage werden die organischen Abfälle nun vergoren. Während dieses biologischen Prozesses bauen Mikroorganismen das organische Material unter Sauerstoffausschluss ab und produzieren ein Gasgemisch, das hauptsächlich aus Methan (CH₄) und Kohlendioxid (CO₂) besteht.

  • Um dieses Rohbiogas in Biomethan umzuwandeln, wird das Gas im nächsten Schritt gereinigt. Dafür werden CO₂, Wasserdampf, Schwefelverbindungen und andere Verunreinigungen entfernt. Das Ergebnis dieses Prozesses ist Biomethan mit einem hohen Methangehalt von über 95 %. Es hat die gleiche Qualität wie Erdgas.

  • Anschließend wird das Biomethan auf sehr niedrige Temperaturen um die -162 Grad Celsius heruntergekühlt, sodass es sich verflüssigt und zu Bio-LNG wird. Durch diesen Verflüssigungsprozess reduziert sich das Volumen des Gases etwa um das 600-fache, wodurch sich sowohl Transport als auch Lagerung deutlich erleichtern.

  • Der Transport des Bio-LNG von der Verflüssigungsanlage zum Verteilzentrum oder direkt zu einer Tankstelle erfolgt mit speziell ausgestatteten Tank-Lkws. An den Zapfsäulen kann das verflüssigte Biogas dann als Kraftstoff bezogen und genutzt werden.

Vorteile von Bio-LNG für den Schwerlastverkehr

Bio-LNG punktet als Alternative zum Diesel-Kraftstoff im Fernverkehr von Schwerlastfahrzeugen. Zu den wichtigsten Vorteilen gehören: 

  1. Verringerung von Treibhausgasemissionen

    Bio-LNG kann gegenüber fossilem Diesel und abhängig von Rohstoffbasis und Lieferkette, zur Verringerung von Treibhausgasemissionen beitragen. Knauber unterstützt Unternehmen der Transportbranche bei der Bewertung geeigneter Einsatzmöglichkeiten für ihren Fuhrpark.

  2. Verbesserung der Luftqualität

    Bei Bio-LNG-Fahrzeugen können je nach Fahrzeugtechnologie und Einsatzbedingungen geringere lokale Luftschadstoffemissionen als bei Dieselfahrzeugen auftreten, beispielsweise in Hinblick auf Schwefeloxiden (SOx) oder Stickoxiden (NOx). Tatsächliche Emissionen hängen unter anderem vom jeweiligen Einsatzprofil, Fahrzeug und der Abgasnachbehandlung ab.

  3. Lange Reichweite

    Ein Kilogramm Bio-LNG enthält etwa 13,9 kWh Energie. Dank dieser hohen Energiedichte können Fahrzeuge lange Distanzen zurücklegen und müssen weniger Betankungspausen einlegen. Die Reichweite kann sogar größer sein als bei der Nutzung von komprimiertem Erdgas.

  4. Neue Anforderungen im Blick

    Bio-LNG hilft Unternehmen bei der Umstellung auf eine moderne Logistik. Bio-LNG kann Speditionen – abhängig von den jeweils geltenden regulatorischen Anforderungen – bei der Reduzierung ihrer bilanzierten Treibhausgasemissionen im Transport unterstützen. 

Infrastrukturelle Voraussetzungen für Bio-LNG

Technologie und Infrastruktur von Bio-LNG entwickeln sich kontinuierlich weiter, denn der Bedarf an alternativen Transportlösungen im Schwerlastverkehr und in anderen Sektoren wächst. Bereits heute tanken Speditionen an allen Knauber Standorten Bio-LNG.  

Knauber Bio-LNG mit Nachweis

Damit Sie die verminderte PCF-Bilanz Ihrer eigenen Flotte wirksam nachweisen und für sich nutzen können, erhalten Sie bei Knauber einen Nachweis über die abgenommene Menge Bio-LNG. Es handelt sich dabei um einen zertifizierbaren Product Carbon Footprint (PCF) gemäß GHG-Protokoll und dient als Grundlage für Ihre eigene THG- und Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Individuelle Berechnung der CO₂-Emissionen

Die Berechnung für Knauber Bio-LNG basiert auf den gängigen Standards und berücksichtigt die Wertschöpfungskette bis zur Knauber Bio-LNG Tankstelle. Sprechen Sie uns bei Fragen gerne an. 

CO₂-Minderung mit Vorteilen

Mit dem für unser Bio-LNG ausgestellten PCF können Speditionen und Logistikunternehmen die THG-Bilanz ihrer eigenen Transporte nachweisen und belegen, dass sie Umstellung und Modernisierung ihrer Flotte aktiv vorantreiben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, diesen Vorteil an die eigenen Kunden weiterzugeben. 


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